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12 Years a Slave
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12 Years a Slave (englisch fĂŒr Zwölf Jahre ein Sklave) ist ein britisch-US-amerikanisches historisches Filmdrama des Regisseurs Steve McQueen aus dem Jahr 2013. Der Film basiert auf dem gleichnamigen autobiografischen Werk Twelve Years a Slave (1853) von Solomon Northup, der von Chiwetel Ejiofor gespielt wird. Die Handlung unterscheidet sich in vielen Einzelheiten von der Buchvorlage. Der Film gewann den Oscar fĂŒr den besten Film 2014 und das beste adaptierte Drehbuch. Lupita Nyong’o erhielt die Auszeichnung als beste Nebendarstellerin.

Contents

‱ Handlung
‱ Produktion
‱ Dreharbeiten
‱ Musik
‱ Kritik
‱ Weblinks

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Handlung

1841 wird der Geiger Solomon Northup, ein freier Afroamerikaner, der mit seiner Frau und zwei Kindern in Saratoga Springs im US-Bundesstaat New York lebt, von zwei reisenden Schaustellern fĂŒr eine lukrative Tournee engagiert. Doch nach der Feier der ersten erfolgreichen Woche in Washington, D.C. wacht Northup in einer dunklen Zelle an den Boden gekettet auf. Mit Entsetzen erkennt er, dass er unter Drogen gesetzt wurde und nun gemeinsam mit anderen in die Sklaverei verkauft werden soll. Northup protestiert und verkĂŒndet seine Rechte als freier Mann, woraufhin er vom SklavenhĂ€ndler grausam geschlagen wird.

Unter dem neuen Namen Platt wird Northup per Schiff nach New Orleans transportiert und an den Plantagenbesitzer William Ford verkauft, zusammen mit der schwarzen Mutter Eliza, die vom herzlosen HĂ€ndler absichtlich von ihren Kindern getrennt wurde und diesen Schmerz nicht ĂŒberwindet. Ford behandelt seine Sklaven menschlich, zudem erweist sich Northup als geschickt. Durch das Anlegen einer kostensparenden Wasserstraße steigt er weiter in Fords Gunst, zieht jedoch den Neid und Hass des Zimmermannes John Tibeats auf sich, der Northup anschließend fortwĂ€hrend schikaniert. Als Tibeats Northup eines Tages grundlos auspeitschen will, wehrt dieser sich, ĂŒberwĂ€ltigt Tibeats und verprĂŒgelt ihn mit dessen eigener Peitsche. Um sich fĂŒr die DemĂŒtigung zu rĂ€chen, hĂ€ngen Tibeats und seine Freunde Northup auf. Fords Aufseher Chapin schreitet ein und hindert Tibeats und sein Gefolge daran, Northup zu töten, befreit ihn aber auch nicht aus Fesseln und Schlinge. Mit den Fußspitzen gerade noch am Boden hĂ€ngt er den ganzen Tag lang und wird erst spĂ€tabends von Ford aus dieser Lage befreit.

Um Northup vor Tibeats in Sicherheit zu bringen, verkauft Ford ihn an eine andere Plantage, die vom brutalen Besitzer Edwin Epps gefĂŒhrt wird – niemand sonst wollte den AufsĂ€ssigen kaufen. Dort muss jeder Arbeiter tĂ€glich 200 Pfund Baumwolle pflĂŒcken, ansonsten gibt es PrĂŒgel. Die leistungsstĂ€rkste BaumwollpflĂŒckerin der Plantage ist die junge Patsey, die von Epps sexuell missbraucht und von seiner Frau Mary aus Eifersucht schikaniert wird. Patsey hat jede Hoffnung auf ein wĂŒrdiges Leben verloren und bittet Northup einmal sogar darum, sie zu töten, was dieser entsetzt ablehnt. SpĂ€ter wird Northup von Epps dazu gezwungen, Patsey aus nichtigem Anlass auszupeitschen. Da er dies nicht im gewĂŒnschten Maße ĂŒbers Herz bringt, entreißt Epps ihm die Peitsche und schlĂ€gt Patsey fast zu Tode, was Northup tief traumatisiert.

Ein erster Versuch Northups, mit seiner Familie brieflich Kontakt aufzunehmen, wird vom Kontaktmann verraten. Nur mit grĂ¶ĂŸtem diplomatischem Geschick kann Northup Epps beruhigen. Als er spĂ€ter dem kanadischen Zimmermann und Sklavereigegner Bass bei einer Arbeit hilft, erzĂ€hlt er diesem seine Geschichte und bittet ihn, seine Freunde zu Hause zu benachrichtigen. Zuvor hat Northup eine Diskussion zwischen Bass und Epps mitangehört, in der ersterer seine entschiedene Ablehnung gegenĂŒber der Sklaverei offen zum Ausdruck gebracht hatte. Bass zögert zunĂ€chst, doch dann gibt er sein Wort.

TatsĂ€chlich erscheint schließlich ein Freund Northups in Begleitung des örtlichen Sheriffs, der Northups IdentitĂ€t ĂŒberprĂŒft und ihn dann trotz Epps’ wĂŒtender Proteste von der Plantage holt. Mit Northups Ankunft im Haus seiner Familie nach zwölf Jahren in der Sklaverei endet der Film. Seine Tochter ist mittlerweile verheiratet und hat ihm einen Enkel geboren.

Im Abspann erfĂ€hrt man aus eingeblendeten Texten, dass Solomon Northup erfolglos gegen seine EntfĂŒhrer prozessierte – er durfte vor den zustĂ€ndigen Gerichten nicht gegen Weiße aussagen, und auch der HĂ€ndler, der ihn in New Orleans verkauft hatte, ließ sich rechtlich nicht belangen. So schrieb er seine Memoiren, kĂ€mpfte den Rest seines Lebens gegen die Sklaverei und half, Sklaven in die Freiheit zu schmuggeln. Ort und Zeit seines Todes sind nicht bekannt.

Produktion

Dreharbeiten

Die Dreharbeiten fanden vom 27. Juni bis 13. August 2012 in New Orleans mit einem Produktionsbudget von 20 Millionen Dollar statt. Um die Produktionskosten niedrig zu halten, fand ein Großteil der Dreharbeiten im Großraum New Orleans statt – meist im SĂŒden, wo Northup damals wirklich versklavt wurde. Unter den Drehorten waren vier Antebellum-Plantagen: Felicity Plantation, Magnolia Plantation, Bocage Plantation und Destrehan Plantation. Eine der Plantagen in Vacherie ist nur wenige Meilen von dem tatsĂ€chlichen Ort des historischen Geschehens entfernt.

ZusĂ€tzlich wurden auch das Columns Hotel und Madame John’s Legacy im French Quarter in New Orleans als Drehorte genutzt. Kameramann Sean Bobbitt nahm 12 Years a Slave auf 35-mm-Film im 2,35:1-Breitbildformat-SeitenverhĂ€ltnis mit einer Arricam LT und ST auf. Um das Wesen der Geschichte angemessen darzustellen, vermieden die Filmemacher einen entsĂ€ttigten visuellen Stil, der eine dĂŒstere DokumentarfilmĂ€sthetik erschaffen hĂ€tte.

Musik

Die Filmmusik zu 12 Years a Slave wurde von Hans Zimmer komponiert, von Nicholas Britell arrangiert und von Tim Fain aufgenommen. Auch Franz Schuberts Streichtrio B-Dur D 471 wurde verwendet sowie der afroamerikanische Folk-Song Run Nigger Run. Das Soundtrack-Album 12 Years a Slave: Music from and Inspired by the Motion Picture wurde am 5. November 2013 von Columbia Records veröffentlicht.

Veröffentlichung

Der Film wurde am 6. September 2013 beim 38. Toronto International Film Festival uraufgefĂŒhrt. Offizieller Kinostart in den Vereinigten Staaten war der 18. Oktober 2013. Der Kinostart in Deutschland fand am 16. Januar 2014 statt. Der Film spielte in den Kinos weltweit rund 188 Millionen US-Dollar ein, davon 57 Millionen US-Dollar in den USA.cite-ref-3[3]

Synchronisation

| Figur | Darsteller | Deutscher Sprecher |
|---|---|---|
| Solomon Northup | Chiwetel Ejiofor | Torben Liebrecht |
| Edwin Epps | Michael Fassbender | Norman Matt |
| Samuel Bass | Brad Pitt | Tobias Meister |
| Theophilus Freeman | Paul Giamatti | Lutz Schnell |
| William Ford | Benedict Cumberbatch | Sascha Rotermund |
| Eliza | Adepero Oduye | Sanam Afrashteh |
| John Tibeats | Paul Dano | Timmo Niesner |
| Armsby | Garret Dillahunt | Olaf Reichmann |
| Brown | Scoot McNairy | Matthias Deutelmoser |
| Burch | Christopher Berry | Michael Deffert |
| Clemens | Chris Chalk | Peter Lontzek |
| Edward | Gregory Bright | Tilo Schmitz |
| Emily | Storm Reid | Milena Rybiczka |
| Fitzgerald | Richard Holden | Hans-JĂŒrgen Dittberner |
| Hamilton | Taran Killam | Tobias Nath |
| John | Craig Tate | Jan-David Rönfeldt |
| Jonus Ray | John McConnell | Hans-Eckart Eckhardt |
| Mary Epps | Sarah Paulson | Claudia Lössl |
| Mistress Ford | Liza J. Bennett | Alexandra Wilcke |
| Mistress Shaw | Alfre Woodard | Sabina Trooger |
| Mr. Moon | Tony Bentley | Matthias Klages |
| Mr. Parker | Rob Steinberg | Dieter Memel |
| Patsey | Lupita Nyong’o | Rubina Nath |
| Plantagenbesitzer | Thomas Francis Murphy | Jan Spitzer |
| Radburn | Bill Camp | Marco Kröger |
| Richter Turner | Bryan Batt | Frank Röth |
| Sheriff | Jay Huguley | Florian KrĂŒger-Shantin |
| Treach | Andy Dylan | Jaron Löwenberg |

Die Produktion erfolgte bei der FFS Film- & Fernseh-Synchron in Berlin. Buch und Regie ĂŒbernahm Benedikt Rabanus.cite-ref-4[4]

Kritik

Internationale Rezeption

Die Weltpremiere fand wĂ€hrend des vierzigsten Telluride Film Festivals am 30. August 2013 statt. Erste Reaktionen auf 12 Years a Slave waren durchgehend positiv. Auf dem Toronto International Film Festival 2013 erhielt der Film den Publikumspreis.cite-ref-12[12] Besonders großes Lob erfuhr der Film durch die schauspielerische Leistung von Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender und Lupita Nyong’o sowie die Regiearbeit von Steve McQueen und das Drehbuch von John Ridley, das sich stark an die gleichnamige Autobiographie von Solomon Northup anlehnt.

Dies spiegelt sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren wider. So erfasst Rotten Tomatoes fast ausschließlich wohlwollende Besprechungen und ordnet den Film damit als „Verbrieft Frisch“ ein. Im Kritikerkonsens heißt es: „Der Film ist weit davon entfernt, ein WohlfĂŒhlfilm zu sein, aber der unbeirrbar brutale Blick auf die amerikanische Sklaverei ist brillantes – und womöglich auch unverzichtbares – Kino.“ („It’s far from comfortable viewing, but 12 Years a Slave’s unflinchingly brutal look at American slavery is also brilliant – and quite possibly essential cinema“)cite-ref-rotten-tomatoes-5-1[5] Metacritic ermittelt aus den vorliegenden Bewertungen „Einhelliges Lob“.cite-ref-metacritic-6-1[6]

Richard Corliss vom Time-Magazin vergleicht den Film zwar mit Exploitationfilmen wie Mandingo und Goodbye Uncle Tom; McQueen sei jedoch nicht sensationslĂŒstern, sondern ein unerbittlicher KĂŒnstler.cite-ref-13[13] McQueen zeige die Ineffizienz von Rassismus, wenn die SklaveneigentĂŒmer die Kraft ihrer Sklaven durch Auspeitschen vergeudeten oder sie mitten in der Nacht fĂŒr ihre eigenen grausamen VergnĂŒgen weckten.cite-ref-14[14] Gregory Ellwood von HitFix gab dem Film in einer rundum positiven Rezension das PrĂ€dikat „A“ und beschrieb ihn als „kraftvolles Drama“ unter McQueens „kĂŒhner Regie“ mit der „großartigsten Leistung in Chewetel Ejiofors Karriere“ und lobte auch die Leistungen von Fassbender und Nyong’o sowie Sean Bobbitts „herrliche“ KamerafĂŒhrung und Zimmers Musik; als einziges kleines Manko des Films nennt Ellwood, dass das Verstreichen der 12 Jahre nicht deutlich werde.cite-ref-15[15]

Paul McInnes vom Guardian nannte den Film nicht nur großartig, sondern auch notwendig.cite-ref-guardian-9-1[9] Die Rezensenten von „Spill“ sprachen dem Film hohe Anerkennung zu, zwei der Kritiker gaben sogar die höchste Bewertung ab, „Better Than Sex“. Allerdings sind sich die Kritiker einig, dass es kein Film ist, den man sich in naher Zukunft ein zweites Mal anschauen wĂŒrde. Beim Vergleich mit der Fernsehserie Roots erklĂ€rte der Rezensent Cyrus, Roots sei eher wie der GlĂŒcksbĂ€rchi-Film im Vergleich zu 12 Years a Slave.cite-ref-16[16]

Tim Robey vom Daily Telegraph sah einen „bemerkenswerten Film, der die Seele durchstĂ¶ĂŸt“ und hob Ejiofor und Nyong’o hervor.cite-ref-telegraph-10-1[10] Ebenfalls im Daily Telegraph fand Serena Davies lobende Worte fĂŒr den Film, bedauerte aber, dass McQueen in mehreren wichtigen Punkten von der Buchvorlage abgewichen sei, wodurch der Film an Wirkung verloren habe.cite-ref-17[17] Laut Tina Hassannia vom Slant Magazine stellt „[d]urch seine typische visuelle Komposition und sein ohrenbetĂ€ubendes Tondesign [
] Steve McQueen den qualvollen Realismus von Northups Erfahrungen und die komplizierten Beziehungen zwischen Herr und Sklave, Herr und Herr, Sklave und Sklave und so weiter“ dar.cite-ref-18[18]

2016 landete 12 Years a Slave bei einer Umfrage der BBC auf Platz 44 der 100 bedeutendsten Filme des 21. Jahrhunderts. Im Jahr zuvor hatte McQueens Regiearbeit in der BBC-Wahl der 100 bedeutendsten amerikanischen Filme Platz 99 belegt.cite-ref-19[19] Insgesamt listet They Shoot Pictures, Don’t They? 12 Years a Slave unter den angesehensten Filmen des 21. Jahrhunderts.cite-ref-tspdt-11-1[11]

Auch das Publikum war sehr angetan. So vergaben US-Kinobesucher einen CinemaScore von A entsprechend der deutschen Schulnote 1.cite-ref-cinemascore-8-1[8] Außerdem setzen die Nutzer der Filmdatenbank IMDb 12 Years a Slave auf Platz 188 ihrer Top 250 beliebtesten Filme.cite-ref-20[20]

Deutsche Filmkritiken

Der Kinostart in Deutschland war um eine Woche vorgezogen worden und fand am 16. Januar 2014 statt.cite-ref-21[21]

Katja Nicodemus betrachtet in ihrer Rezension in der Zeit Twelve Years a Slave als einen Film, der die „psychologischen AbgrĂŒnde“ und die „buchstĂ€blichen Schwarz-Weiß-Schattierungen der Sklaverei“ zeige. Der Film skizziere eine Gesellschaft, die „entsetzlichsten GrĂ€ueltaten entstiegen“ sei, und stelle das amerikanische Selbstbild als einer Nation der Freiheit und Demokratie in Frage. Da der Film zu seinem Thema eine gewisse Distanz habe und nicht die „Abgeschlossenheit eines Historienfilms“ suche, werde die Geschichte nicht „im epischen Atem der VerdrĂ€ngung“ wie in anderen Sklaverei-Filmen erzĂ€hlt. McQueen sorge so fĂŒr „eine Art kulturelle Katharsis“. Gezeigt werde in gespenstischen Szenen ein „Ballett des Grauens“ und „eine zivilisatorische Verwahrlosung“ in einer Welt, die „aus den Fugen geraten“ ist. Zu sehen sei die „Perversion eines amerikanischen Gartenzaunidylls“; der dargestellte „himmelschreiende normale Wahnsinn der Sklaverei“ schĂ€rfe so „den Blick auf gegenwĂ€rtige Rassismen“ in der amerikanischen Gesellschaft.cite-ref-22[22]

Andreas Borcholte lobt in der Filmkritik des Spiegel die darstellerischen Leistungen von Chiwetel Ejiofor, der mit seinem „zurĂŒckgenommenen, sehr intensiven Spiel“ den Zuschauer die „zutiefst beunruhigende Ausgangssituation“ im GedĂ€chtnis behalten lasse. In Solomons Augen spiegele sich eindrucksvoll der emotionale Wettstreit zwischen dem Verlust der WĂŒrde und der erniedrigenden Notwendigkeit, „Körper und Geist einer irrationalen Herren-Mensch-Hierarchie unterzuordnen“. Dabei werde sein Blick zu dem des Zuschauers, der „aus der trĂŒgerischen Sicherheit einer vermeintlich zivilisierten Welt“ auf eine â€žĂŒberwunden geglaubte Barbarei“ blicke. McQueens Film enthalte zwar Momente exzessiver Gewalt, entfalte seine schockierende Wirkung jedoch in subtiler Form: die Schicksalsreise Solomons werde so „pragmatisch erzĂ€hlt“, dass dem Zuschauer „wenig Raum fĂŒr sentimentales NachfĂŒhlen“ bleibe. Twelve Years a Slave sei zwar ein packendes Drama, verlasse aber den Rahmen einer historischen ErzĂ€hlung und werde zur „allgemeingĂŒltigen Reflexion ĂŒber den Wert der Freiheit“.cite-ref-23[23]

Susan Vahabzadeh rĂŒhmt in ihrer Kritik in der SĂŒddeutschen Zeitung die Regiearbeit von McQueen, der „in perfekt durchgestalteten Bildern“, denen immer „eine gewisse KĂ€lte“ anhafte, das „Arrangement unsentimentaler Analyse“ erzĂ€hle. Der Film treibe die Geschehnisse ins „Artifizielle“ und „Bizzare“ und liefere Bilder und Szenen, die man nicht so schnell vergesse.cite-ref-24[24]

Verena Lueken schreibt in ihrer Rezension in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, McQueens Film folge „den Regeln des ErzĂ€hlkinos in grĂ¶ĂŸerem historischen Rahmen“, indem er seine „wahre, unfassliche Geschichte“ entfalte. McQueen rĂŒcke die Geschichten Solomon Northups als eigene fast aus dem Blickfeld; möglicherweise sei das, wie auch die „saftige Musik“ von Hans Zimmer „ein Kompromiss mit den Konventionen des ErzĂ€hlens im Kino“. Twelve Years a Slave sei jedoch ein außergewöhnlicher Film, der all den anderen epochalen Filmen ĂŒber die Sklaverei mit ihrer sentimentalen VerklĂ€rung ĂŒberlegen sei. McQueens Film erlaube den „aufgeklĂ€rten Blick auf eine Institution, die in ihrer Perfidie bis ins Letzte ausgeleuchtet werde“.cite-ref-25[25]

Thomas Klingenmaier meint in seiner Kritik des Films in der Stuttgarter Zeitung, McQueen schildere in Twelve Years a Slave weder den Normalfall der Sklaverei noch einen Störfall der NormalitĂ€t, sondern untersuche „die Perversion innerhalb der Perversion“ – eine Freiheitsberaubung, die sogar gegen die Regeln der Sklaverei verstoße. McQueens „Bilder der alltĂ€glichen Hölle im SĂŒden“ im Anfangsteil seien „prĂ€zise und sinnlich“ inszeniert; die Freiheit Solomons im Schlussteil des Films zeige „ein Nebeneinandersein dieser beiden Konzepte von Schwarzsein innerhalb einer Nation“, das einem „den Kopf zum Platzen“ bringe. Klingenmaier lobt ebenso wie Borcholte im Spiegel die ĂŒberzeugende schauspielerische Leistung von Chiwetel Ejiofor, der Ohnmacht und Stolz nie ĂŒbermĂ€ĂŸig zur Wirkung bringe, sondern stets die Schizophrenie eines Mannes spiele, der als Person nur ĂŒberleben könne, indem er Abstumpfung vortĂ€usche, aber nicht abstumpfen dĂŒrfe, um in seiner Persönlichkeit zu ĂŒberleben. Twelve Years a Slave sei „kein hervorragend ausgestattetes Gruselkabinett der Grausamkeiten“, sondern der Film gehe „schlau“ mit seinem Thema um.cite-ref-26[26]

Auszeichnungen

‱ 2013: Toronto International Film Festival: People’s Choice Award
‱ 2013: Independent Spirit Award (Nominierungen): Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Beste Nebendarstellerin, Bestes Drehbuch, Beste Kameracite-ref-27[27]
‱ 2013: Gotham Award (Nominierungen): Bester Film, Bester Hauptdarsteller
‱ 2014: Golden Globe Award: Bestes Filmdrama, Nominierungen in den Kategorien Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Beste Nebendarstellerin, Bestes Drehbuch, Beste Filmmusikcite-ref-28[28]
‱ 2014: Critics’ Choice Movie Award: Bester Film, Beste Nebendarstellerin, Bestes adaptiertes Drehbuch und weitere zehn Nominierungen, darunter Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller und Bestes Schauspielensemble
‱ 2014: Screen Actors Guild Award (Nominierungen): Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Beste Nebendarstellerin, Bestes Schauspielensemble in einem Filmcite-ref-29[29]
‱ 2014: British Academy Film Award: Bester Film, Bester Hauptdarsteller sowie weitere acht Nominierungen, unter anderem fĂŒr die beste Regie sowie fĂŒr die besten Nebendarsteller
‱ 2014: Oscar (Nominierungen): Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Bestes Szenenbild, Bestes KostĂŒmdesign und Bester Schnitt (Auszeichnungen): Bester Film, Beste Nebendarstellerin, Bestes adaptiertes Drehbuchcite-ref-30[30]
‱ 2023: Aufnahme in das National Film Registry

Weblinks

Commons

: 12 Years a Slave

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ 12 Years a Slave bei IMDb
‱ 12 Years a Slave in der Online-Filmdatenbank

Einzelnachweise

cite-note-fsk-11. Freigabebescheinigung fĂŒr 12 Years a Slave. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Dezember 2013 (PDF; PrĂŒf­nummer: 141 793 V).
cite-note-jmk-22. Alterskennzeichnung fĂŒr 12 Years a Slave. Jugendmedien­kommission.
cite-note-33. ↑ 12 Years a Slave (2013) – Box Office Mojo. Abgerufen am 27. August 2019.
cite-note-44. ↑ 12 Years a Slave. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 13. September 2017.
cite-note-rotten-tomatoes-55. 12 Years a Slave. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 15. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 376 Kritiken).
cite-note-metacritic-66. 12 Years a Slave. In: Metacritic. Abgerufen am 15. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 57 Kritiken).
cite-note-73. Perry Seibert: Kritik zu 12 Years a Slave (Memento vom 3. Juni 2019 im Internet Archive) bei AllMovie (englisch)
cite-note-cinemascore-88. Specialty Box Office: ‘12 Years A Slave’ Triumphs In Limited Debut; ‘All Is Lost,’ ‘Kill Your Darlings’ Open Solid. In: Deadline.com. 20. Oktober 2013, abgerufen am 27. Oktober 2013.
cite-note-guardian-99. “12 Years a Slave is not just a great film but a necessary one.” 12 Years a Slave: Toronto film festival – first look review. In: The Guardian (MacInnes, Paul). 7. September 2013, abgerufen am 26. Oktober 2013.
cite-note-telegraph-1010. “it’s the nobility of this remarkable film that pierces the soul.” 12 Years A Slave, first review. In: The Daily Telegraph (Robey, Tim). 17. Oktober 2013, abgerufen am 27. Oktober 2013.
cite-note-tspdt-1111. The 21st Century's 1,000 Most Acclaimed Films. In: They Shoot Pictures, Don’t They? 2025, abgerufen am 3. Mai 2025 (englisch).
cite-note-1212. ↑ Filmfestival: 12 Years a Slave gewinnt Publikumspreis von Toronto. In: Der Spiegel. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
cite-note-1313. ↑ “Indeed, McQueen’s film is closer in its storytelling particulars to such 1970s exploitation-exposĂ©s of slavery as Mandingo and Goodbye, Uncle Tom. Except that McQueen is not a schlockmeister sensationalist but a remorseless artist.” ‘12 Years a Slave’ and ‘Mandela’: Two Tales of Racism Survived. In: Time Magazine (Corliss, Richard). 9. Oktober 2013, abgerufen am 9. Oktober 2013.
cite-note-1414. ↑ “McQueen shows that racism, aside from its barbarous inhumanity, is insanely inefficient. It can be argued that Nazi Germany lost the war both because it diverted so much manpower to the killing of Jews and because it did not exploit the brilliance of Jewish scientists in building smarter weapons. So the slave owners dilute the energy of their slaves by whipping them for sadistic sport and, as Epps does, waking them at night to dance for his wife’s cruel pleasure.” ‘12 Years a Slave’ and ‘Mandela’: Two Tales of Racism Survived. In: Time Magazine (Corliss, Richard). 9. Oktober 2013, abgerufen am 9. Oktober 2013.
cite-note-1515. ↑ “12 Years is a powerful drama driven by McQueen’s bold direction and the finest performance of Chiwetel Ejiofor’s career. (
) ‘12 Years’ also features gorgeous cinematography by another longtime McQueen collaborator, Sean Bobbitt, and one of Hans Zimmer’s more moving scores in some time. // One minor criticism of the film is that it shockingly fails to convey the passage of time during Northrup’s forced slavery. (
)” Review: Powerful 12 Years a Slave won’t turn away from the brutality of slavery. In: Hitfix (Ellwood, Gregory). 13. August 2013, abgerufen am 1. Oktober 2013.
cite-note-1616. ↑ “12 Years a Slave” – Audio Review. In: Spill. 23. Oktober 2013, archiviert vom Original am 27. Oktober 2013; abgerufen am 2. Mai 2019.
cite-note-1717. ↑ 12 Years a Slave: why the book is even better. In: The Daily Telegraph (Davies, Serena). 11. Januar 2014, abgerufen am 23. MĂ€rz 2014.
cite-note-1818. ↑ “Using his signature visual composition and deafening sound design, Steve McQueen portrays the harrowing realism of Northup’s experience and the complicated relationships between master and slave, master and master, slave and slave, and so on.” Toronto International Film Festival 2013: 12 Years a Slave Review. In: Slant Magazine (Hassania, Tina). 9. September 2013, abgerufen am 27. Oktober 2013.
cite-note-1919. ↑ The 100 greatest American films. BBC, 9. Januar 2014, abgerufen am 16. Januar 2014.
cite-note-2020. ↑ Top 250 Movies. IMDb, abgerufen am 3. Mai 2025.
cite-note-2121. ↑ 12 Years a Slave bei tobis.de
cite-note-2222. ↑ Der KörperkĂ€mpfer. In: Die Zeit. 9. Januar 2014, abgerufen am 16. Januar 2014.
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